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DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR HAUSWIRTSCHAFT e.V.

 
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BAG Hauswirtschaft (BAG-HW)

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Positionspapier zum Anforderungsprofil der Meisterin der Hauswirtschaft
Seit 2005 ist die neue Verordnung über die Anforderungen in der Meisterprüfung für den Beruf Hauswirtschafter/in in Kraft. Der Ausgangspunkt der Anforderungsverordnung ist das Berufsprofil einer Meisterin/ eines Meisters der Hauswirtschaft. Ergebnisse der ersten Abschlussprüfungen zeigten bei den Prüfungsteilnehmerinnen/Prüfungsteilnehmern Mängel insbesondere in den Bereichen Arbeitsprojekt und Betriebs- und Unternehmensführung (Situationsaufgabe). Es fehlten Erfahrungen aus den verschiedenen Bereichen eines hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebes. Ein hierfür erforderliches Berufspraktikum wird bisher nur empfohlen.
Nicht nur Fachwissen allein, sondern das Erkennen von IST-Zuständen und das Umsetzen der Kenntnisse im Betrieb, sind eine notwendige Voraussetzung für die Herausforderungen und Qualitätsansprüche an eine Führungskraft. Ein/e Meister/in der Hauswirtschaft soll als Fach- und Führungskraft hauswirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Struktur personenorientiert, wirtschaftlich und nachhaltig führen.
Berufserfahrung in einem hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb können nicht mit Kenntnissen aus dem Privathaushalt verglichen oder gar gleichgesetzt werden, da es hier um unterschiedliche betriebswirtschaftliche und organisatorische Größen handelt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW) in der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V. (dgh) setzt sich unter anderem für die Förderung der hauswirtschaftlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung hauswirtschaftlicher Ausbildungs- und Arbeitsplätze ein und sieht die Notwendigkeit, dass die Ausbildung zu Führungskräften marktorientiert erfolgen muss.
Ausgehend von der gemeinsamen Vereinbarung der Regierungspräsidien in Baden Württemberg für ein verbindliches Praktikum wurde ein Arbeitskreis gebildet, der ein Anforderungsprofil des Berufsbildes der Meister/Meisterinnen der Hauswirtschaft erstellt hat, was durch die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes dringend notwendig war. Ein weiteres Anliegen ist, darauf aufmerksam zu machen, dass bei der Meisterprüfung Meisteranwärter/innen, die nach ß 45,2 BBiG ihre Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin abgelegt haben und anschließend ausschließlich in ihrem eigenen Privathaushalt tätig waren, Kernkompetenzen für die Führung eines hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebes vorweisen müssen.

Zielsetzung des Positionspapiers:

> Zielgruppe: Prüfer, Ausbilder, Lehrkräfte, Lehrgangsleitungen und Ausbildungsberater der zuständigen Stellen in den einzelnen Bundesländern
> Ziel: Anpassung des Berufsbildes an die Forderungen des Arbeitsmarktes, dadurch eine Steigerung der Qualität des Berufsbildes und eine positive Imageförderung für hauswirtschaftliche Berufe.
> Inhalt: Tätigkeiten und Kompetenzen der Meisterinnen in den unterschiedlichen Einsatzbereichen
> Gliederung:
1. Entwicklung der hauswirtschaftlichen Ausbildung in den letzten Jahren
2. Veränderte Ansprüche an die hauswirtschaftlichen Fach- und Führungskräfte
3. Bedeutung des Berufsbildes


1. Entwicklung der hauswirtschaftlichen Ausbildung in den letzten Jahren
In fast allen Bundesländern ist ein Zuwachs in den Berufen der Hauswirtschaft zu verzeichnen. Viele Frauen nach der Familienphase nutzen die Chance zum Wiedereinstieg ins Erwerbsleben und schließen die
Hauswirtschafterinnenprüfung nach ß 45.2 BBiG ab.

Allen Prognosen nach zu urteilen wird die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Dienstleistungen steigen, da sowohl der Bedarf an bezahlter Betreuung und Versorgung wächst, als auch der Personalbedarf in den Bereichen Tourismus und Wellness, vor allem aber in den Bereichen der Seniorenbetreuung.

Hauswirtschaftliche Leistungen müssen verstärkt zielgruppenorientiert angeboten werden, abgestimmt auf die speziellen Wünsche und Bedarfe der Kunden. Die Qualitätsansprüche der unterschiedlichen Kundengruppen an die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen werden steigen. Betriebsorganisation und Unternehmensführung müssen darauf ausgerichtet sein


2. Veränderte Anforderungen an die hauswirtschaftliche Fach- und Führungskraft - hier Meister/in der Hauswirtschaft
Der überwiegende Teil der ausgebildeten Meister-/innen der Hauswirtschaft findet seinen Arbeitsplatz im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb. Daher ist es auch folgerichtig, in den Prüfungen unternehmerisches Denken und Handeln in der Führung hauswirtschaftlicher Betriebe mit unterschiedlichen Strukturen durch Situationsaufgaben und Projektarbeiten zu verlangen. Hierfür sind Kenntnisse aus der Praxis eines hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebes unerlässlich, die ggf. in einem Praktikum im Großhaushalt erworben werden.
Ein Praktikum im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb ist dringend zu empfehlen und auch notwendig für alle Prüfungsanwärter, die keine Kenntnisse aus diesem Bereich mitbringen, um die Meisterprüfung mit guten Leistungen zu bestehen!

Einsatzgebiete der Meister-/in der Hauswirtschaft:
- Einrichtungen für Senioren, Kinder, Jugendliche und Menschen mit
Beeinträchtigung/Handicap
- Kranken-/Reha- und Erholungseinrichtungen
- Sozialstationen, Dienstleistungszentren
- Tagungshäuser, Jugendherbergen
- Hotels und Restaurants
- Selbstständigkeit/Unternehmensgründung
- Dozententätigkeit
- Verbandsarbeit

Die veränderten Ansprüche definieren sich durch die folgenden Qualifizierungsschwerpunkte (s. auch ß1 der Anforderungsverordnung):

i. Hauswirtschaftliche Versorgungs- und Betreuungsleistungen
1. Strukturieren und Gestalten des Alltags von Personen und Personengruppen
2. Verpflegung, Speisenzubereitung, Service
3. Gestalten von Wohn- und Betriebsräumen sowie des Umfeldes
4. Reinigen und Pflegen von Wohn- und Betriebsräumen sowie des Umfeldes
5. Reinigen und Pflegen von Textilien
6. Nachhaltiges handeln, schonender Einsatz von Ressourcen, Material und Personal

ii. Betriebs- und Unternehmensführung
1. Existenzsicherung des Unternehmens/Betriebszweiges
2. Personalmanagement
3. Qualitätsmanagement
4. Projektmanagement

iii. Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
1. Ausbildung
2. Mitarbeiterführung und Zusammenarbeit im Betrieb

3. Bedeutung des Berufsbildes
a. Der Markt verlangt kompetente selbstbewusste Führungskräfte mit einem hohen Grad an Fachkompetenz und umfassenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie der Fähigkeit zur Mitarbeiterführung.
b. Hauswirtschaft wird zunehmend als Wirtschaftsfaktor gesehen.
c. Arbeitgeber müssen wissen, was sie unter der Berufsbezeichnung "Meister-/in der Hauswirtschaft" zu verstehen haben und welche Kompetenzen zu erwarten sind.
d. Berufsausbildung kann ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn sie sich an
den Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt orientiert.
e. Die Ausbildung in hauswirtschaftlichen Berufen muss selbstbewusst und mit einem eigenen Profil geschehen. Sie darf nicht nur anpasst erfolgen, sondern muss aktiv gestaltet werden.

Arbeitsgruppe der BAG-HW:
Petra Dietz, Bayrischer Landesausschuss für Hauswirtschaft
Martina Schäfer, Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe e.V. (MdH)
Tatjana Hülsmann - Berufsverband Hauswirtschaft e. V.
Monika Tiedtke , DHB - Netzwerk Haushalt e.V.
Anita Groh-Allgaier, Bundesverband der Meisterinnen und Meister der Hauswirtschaft e. V. ( MdH )

(Zur Verbesserung der Lesbarkeit wurde nur die weibliche Form gewählt)

Kontaktadresse: Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW) in der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V., Postfach 2151, 49132 Wallenhorst

26. Februar 2010



Erstes Gütesiegel für geprüfte hauswirtschaftliche Berufsbildung durch die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft verliehen
Das Angebot "Modulare berufliche Nachqualifizierung Erwachsener im Bereich Hauswirtschaft" des Arbeitskreises Perspektive Hauswirtschaft, München, ist von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft als erstes hauswirtschaftliches Bildungsprogramm zertifiziert worden.

Die Presseinfo dazu lesen Sie hier: Gütesiegel Hauswirtschaftliche Berufsbildung (RTF, 487 kB)


Gemeinsame Positionen zur Pflegereform
Hier finden Sie eine Stellungnahme der hauswirtschaftlichen Verbände zum Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, das am 17. Oktober 2007 das Bundeskabinett passiert hat. Enthalten sind einige Forderungen des LandFrauen-Verbandes.

Positionen zur Pflegereform (PDF, 26 kB)


Memorandum zur Armutsprävention
Auf ihrer Jahrestagung am 1. und 2. Oktober 2007 hat die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft dieses Memorandum verabschiedet. Sie finden es, indem Sie in der Navigation links auf "Publikationen und Downloads" gehen.


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